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Quantentherapie 07.10.2007
  Ein Einblick in die Welt der Quantenphysik. Oder: von Münzen und Katzen, Weisen und Heilern.

 

Quantentherapie


Diejenigen unter euch, die mich aus den IPB Kursen kennen, wissen um mein Hobby über das ich gerne in den Kursen spreche und welches mir so manche andere und neue Sicht der Dinge vermittelt hat. Andere, die meinen Artikel in UpDate 1/03 2002 gelesen haben, ahnen es vielleicht: es ist die Systemtheorie und die Quantenphysik.

Normalerweise schrecken wir vor diesen Themen erst einmal zurück. Einmal wegen der befürchteten Kopfschmerzen, die wie wir annehmen mit diesem Thema in Verbindung stehen und unweigerlich über uns hereinbrechen werden, wenn wir uns diesen „verworrenen Gedanken“ widmen und zum Anderen: was hat dieses „abgefahrene und abgehobene“ Thema mit der Behandlung von Menschen zu tun? Oder seriös ausgedrückt: was soll es mir, da ich mich mit Heilung und Therapien und der Begleitung von Menschen beschäftige bringen?

Wenn ihr Lust habt mir in diesen Artikel zu folgen, möchte ich euch zuerst einen kleinen Einblick in diese Themen verschaffen, ohne Kopfschmerzen, sondern leicht und verständlich wie ich hoffe, und euch dann einladen, die neuen Erkenntnisse der Systemtheorie und der Quantenphysik in Bezug zu euch und eurer Arbeit zu bringen und sie dann in eure Arbeit und euer Begleiterverhalten einfließen zu lassen.

Natürlich kann dies nur ein kleiner Einblick in diese äußerst faszinierende Welt der Verbindung der Systeme untereinander und der Welt der Quanten sein. Ich bin kein Quantenphysiker, sondern sehe diese Dinge eher in unserem gemeinsamen Licht, der Begleitung von Menschen auf ihrem Wege der Heilung.

Falls also unter euch ein gestandener Quantenphysiker sein sollte, so bitte ich um Nachsicht, was meine bescheidenen Kenntnisse dieser Thematik angeht und lade ein, mit mir in einen gedanklichen Austausch zu treten und mich was diese Themen angeht weiter zu erhellen. Ich freue mich über jede Zuschrift!


Münchhausens Schnürsenkel

Im Übrigen stellt jede Weitergabe von Informationen uns vor die Problematik, Schlüsse aus der Thematik mitzutransportieren, die natürlich immer individueller Natur sind. Ich persönlich glaube nicht, dass Information ohne persönliches Beiwerk überhaupt vermittelbar ist. In der Art, wie ich Dinge beschreibe, wie ich Themen aneinanderfüge, welche Worte ich verwende und in welchen Kontext ich sie stelle, vermittele ich meine persönliche Sicht der Dinge, auch zwischen den einzelnen Wörtern. Deshalb möchte ich es in diesem Artikel auch gar nicht versuchen, sondern bemerke vorab, dass dies meine persönliche Sicht der Dinge ist. Das die Interpretationen, die Schlüsse, die ich aus der Thematik ziehe, in engen Zusammenhang zu meinem Lebenskontext stehen, zu meinen Erfahrungen und den Prioritäten, die ich in meinem Leben für mich sehe.


Wie wir im Weiteren sehen werden, sind wir damit eigentlich schon mitten im Thema, denn wie sich schnell Anfang dieses Jahrhunderts den Beteiligten Wissenschaftlern dieses Forschungszweiges zeigen sollte, führte die innerhalb der Gesellschaft immer noch allgemein anerkannte Suche nach der gemeinsamen Wahrheit, nach dem letztendlichen Schluss, hier schnell in eine Sackgasse. Sie stellten fest, dass alle ihre Bemühungen das „Letztendliche“ zu finden, ins Leere liefen. Am ehesten war es die Eigenschaft Dinge mit Humor zu nehmen, der einigen Wissenschaftlern hier beistand und es ihnen möglich machte, weiter zu forschen und sie dann sagen lies: das es ihnen ginge, wie jemand, der sich an seinen eigenen Schnürsenkeln aus dem Sumpf zieht. Als geschichtliches äquivalent sei hier Baron von Münchhausen genannt, der sich in einer seiner „Lügengeschichten“ an seinen eigenen Haaren aus dem Sumpf zog.

In der Tat entwickelte sich aus dieser Aussage eine spezielle Vorgehensweise in der Quantenphysik. Genannt wurde diese „Methode“, einander widersprechende Theorien ein und derselben Sache nebeneinander und gleichwertig stehen zu haben, sofern sie in sich konsistent, also stimmig sind, das „bootstrappen“, aus dem amerikanischen von Schnürsenkel (amerikanisch: straps) und boots (Stiefel/Schuhe).


Umwälzungen

Es liegt in der Natur der Dinge, das wir in der Betrachtung dieser Themen, der Systemtheorie wie auch der Quantenphysik, nicht nur an Grenzen unseres bisherigen Denkens und Weltbildes stoßen, sondern an Stellen weit darüber hinausgehen.

Das damit Widerstand und Widerspruch verknüpft ist, leuchtet jedem ein, der sich vorstellen kann, was für einen Eklat es auslöste, als Galileo Galilei (1564 – 1642) sein Leben riskierte und das heliozentrische (oder kopernikanische) Weltbild verkündete, das die Erde nicht Mittelpunkt des Universums ist, sondern ein Planet (ein Reisender, ein Wanderer) und das die Erde nicht flach ist, wie eine Scheibe, sondern rund.

So neu war diese Erkenntnis eigentlich ja nicht, denn schon einige Jahrzehnte vorher hatte Kopernikus (1473 – 1543) diese Einsichten, die er nur damals nicht wirklich unters Volk bringen konnte, weil die Buchdruckkunst erst gerade mal 100 Jahre alt war und sowieso keiner aus dem „einfachen“ Volk lesen konnte. Die Kirche hatte es bis dahin geschafft, das Wissen nur Gelehrten und Kirchenobrigen zugänglich sein zu lassen. Kopernikus traute sich erst zu Ende seines Lebens mit seinen Erkenntnissen an die Öffentlichkeit und da auch nur in Form von vorsichtigen Formulierungen und vagen Hypothesen. So blieb er weitestgehend unbehelligt. Galilei traf es dort ein wenig härter, denn ihm wurde von Seiten der Kirche untersagt diese Erkenntnisse weiterzugeben, er wurde gezwungen zu widerrufen und wurde bis an sein Lebensende unter „Hausarrest“ gestellt.


Und doch ist wohl einiges „durchgesickert“ und durch die über die Zeit sich immer weiter entwickelnde Buchdruckkunst war nun der Schritt dahin geebnet, dass das Wissen immer weitere Kreise ziehen konnte, dass mehr und mehr Menschen lesen lernten und das Wissen sich so immer schneller ausbreiten konnte. Die Entwicklung war jetzt nicht mehr aufzuhalten, wenn man mal von den zwischenzeitlichen Versuchen der Kirche zu verbrennen, zu bannen und zu verhindern absieht. Außerdem verfasste Galilei seine Gedanken und Erkenntnisse in allgemeinverständlichem italienisch und nicht wie bisher sonst die Wissenschaftler immer in Latein. Und auch das führte zu schnellerer Verbreitung von Informationen.

Der Fortschritt war nun nicht mehr aufzuhalten…



Jetzt geht’s zum Mond

Ähnlich tief greifende Veränderungen standen an, als Albert Einstein zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Relativitätstheorie verkündete und Max Plank die Quanten entdeckte. Glücklicherweise hatten sich mittlerweile die Machtverhältnisse dahingehend verändert, dass man nicht mehr so einfach bannen und sich der Dinge entledigen konnte. Die Hürde war eine andere. Bis zu dieser Zeit hatte das mechanistische Denken die Menschen und Wissenschaftler voll im Griff.
Renè Descartes (1596 – 1650) meinte: „cogito, ergo sum – ich denke, also bin ich“ und gab damit den Startschuss in die Rationalität und legte so den Grundstein für die Naturwissenschaften.

Etwas später war es der Mathematiker Isaac Newton (1642 – 1727) der das Mechanistische, oder später auch das Newtonsche genannte Weltbild begründete. Methodik und Kausalität, das etwas einem Geschehen zugrunde liegt und der Grund ist, für das weitere, ähnlich Zahnrädern, die ineinander greifen, waren seine Prämissen. Alles schien fest gefügt und reduzierbar auf ein kleinstes Teilchen, dessen Entdeckung sich zwar immer hinter der nächsten Ecke verbarg, aber es gab noch die Hoffnung, der Mensch könne alles irgendwann bis ins letzte Detail verstehen. Diese auf dieser Sichtweise basierende Wissenschaft hat uns binnen 300 Jahren zu den Errungenschaften der Technik geführt, deren Nutznießer wir heute sind. Das Auto in dem wir heute im Stau stehen, der Computer auf dem dieser Artikel geschrieben wird, wie auch zu dem Fernseher, der uns heute sagt, was wir brauchen und wovor wir uns fürchten sollen.

Auch die Idee, das der Mensch nicht mehr als eine Maschine ist, stammt aus dieser Zeit. Menschen wurden aufgeschnitten auf der Suche nach der Seele und man fand… nichts. Was man nicht sehen kann, ist auch nicht da…, fand man damals (auch heute noch?) und so konnte man zumindest bei den Tieren drauflosforschen und sezieren, da sie nicht den Schutz der Kirche genossen und dies war der Grundstein der heutigen Medizin.



So ging es bis Anfang dieses Jahrhunderts. Und auch wenn diese Annahmen schon vor hundert Jahren ad absurdum geführt wurden, so hat sich gesellschaftlich und in den Köpfen der Leute, auch in den etablierten Wissenschaften und der Medizin noch so einiges dieses Irrglaubens des mechanistischen Denkens gehalten und versucht weiterhin starr zu überleben und nicht unterzugehen.


Zu allen Zeiten wurden Menschen für die Proklamation von neuem auf die Scheiterhaufen geworfen, sinnbildlich wie auch tatsächlich und es brauchte Zeit, bis die „kritische Masse“ erreicht war, und neues Wissen in die Köpfe der Menschen einfließen konnte und sich damit einhergehend, die Gesellschaft grundlegend veränderte.



Ein Quäntchen Quantenphysik

Genau dies passiert jetzt. Ich habe mich persönlich immer gefragt, was denn das besondere dieses Jahrhunderts ist, in das ich hineingeboren wurde. Ich glaube, es ist dies, die Entdeckung der Quanten und die damit verknüpften Veränderungen auf unsere Sicht der Dinge, auf unser Weltbild.

Was sind denn nun eigentlich Quanten? Quanten kannst du dir am ehesten Vorstellen als kleinste energetische Teilchen. Die kleinsten energetischen Teilchen des Lichtes sind zum Beispiel die Photonen. Das Licht, also die Photonen, die Quanten des Lichts, bewegen sich bekanntlich mit Lichtgeschwindigkeit
(300 000 km/sek) und diese Entdeckung veranlasste damals um das Jahr 1905 den Physiker und Patentsamtangestellten Albert Einstein zur allgemeinen und zur speziellen Relativitätstheorie und schließlich zur Aussage, das nichts sich schneller bewegen kann als das Licht, da sonst die Masse eines Teilchens gegen unendlich zunehmen würde (E = mc2). Damit waren auch noch andere Ideen verknüpft, wie zum Beispiel die Relativität der Zeit und die Krümmung des Raumes (das Zeit jetzt wissenschaftlich verifiziert unterschiedlich empfunden werden durfte und das ein ausgesandter Lichtstrahl zu seinem Ursprungsort zurückkehrt).

Aber damit nicht genug, wurden die Wissenschaftler mit der Entdeckung der Quanten gezwungen, völlig neue Wege im Umgang mit der Erforschung von Materie zu gehen. Photonen widersetzen sich standhaft der Bestimmung ob sie nun Welle oder Teilchen seien. Je nach Herangehensweise des Wissenschaftlers stellten sich die Photonen dar entweder als Teilchen, also als kleinste aus Materie bestehende stoffliche Substanzen oder als Welle, als Schwingung bar jedweder Materialität.

Mittlerweile hat man dies auch auf der Ebene der Elektronen und sogar auf Atomarer Ebene beobachtet. An dieser Stelle sei vielleicht daran erinnert, dass dies der „Stoff“ ist, (nicht aus dem die Träume sind), sondern aus denen Materie besteht und somit auch wir, unser Körper und all die Dinge mit denen wir tagtäglich hantieren.

Nach Newtonscher Sicht der Dinge stellt sich ein Stoff entweder fest, flüssig oder gasförmig dar, und jetzt das… Das „oder“ des Newtonschen Weltbildes wollte sich nicht so einfach in ein „und“ verwandeln lassen.
Ja es schien sogar so, als wenn die Photonen die Absicht des Untersuchers „spüren“ würden und sich je nach Absicht oder Wunsch entweder als das Eine oder Andere darstellen. Dies führte Heisenberg zu seiner „Unschärferelation“ und zu der darin enthaltenen Aussage: das der Beobachter das Beobachtete verändert.

Diese systemische Sicht war grundlegend neu. Bis dato wurde angenommen, das es möglich wäre etwas zu untersuchen, völlig ohne Einflussnahme auf das zu untersuchende. Jetzt bildeten der Untersucher und das zu untersuchende Objekt ein System. Zwei scheinbar nicht in wirklichem Zusammenhang stehende Dinge waren auf einmal untrennbar verknüpft und bildeten ein System. Was war die Verbindung? Wie war das möglich?


Der fallende Apfel

Selbst die Untersuchung von scheinbar so eindeutigen Phänomenen wie zum Beispiel der Fallgeschwindigkeit, stellte sich auf einmal in völlig neuem Licht dar. Nie gab es zwei gleiche Ergebnisse. Umso präziser und genauer und feiner die Apparate wurden, desto größer wurden die Unterschiede der einzelnen Untersuchungen und Messungen. Selbst unter strengsten Laborbedingungen und in völliger Luftleere ist es bisher nicht möglich, die Fallgeschwindigkeit auf Quantenebene genau zu bestimmen.

Obwohl Einstein durch seine Forschung maßgeblich an der Entdeckung und den Erkenntnissen der Quantentheorie teilhatte, so blieb die Quantenphysik zeit seines Lebens nicht sein liebstes Forschungsgebiet. Vielleicht verständlich in dem Lichte, als das doch auch er als Wissenschaftler aus dem mechanistischen Denken kam und vieles, was sich vor seinen Augen auftat, einfach zu weit entfernte, neue und schwer fassbare Dimensionen eröffnete. So waren andere Erkenntnisse seinen Schülern und Kollegen vorbehalten, bis durch weitere Entdeckungen und Forschungen selbst an grundsätzlichen Aussagen der Relativitätstheorie gerüttelt wurde. Die Aussage, dass nichts sich schneller bewegen kann als das Licht, ist heute im Sinne der Quantenphysik nicht mehr aktuell.

Quanten haben eine Eigenbewegung, einen Spin. Es gibt einen rechts - und einen links - spin und auch einen aufwärts (up) - und abwärts (down) - spin. Bei der Verschränkung von Quantenpaaren, also dem Verbinden von verschiedenen Quanten gleichen (oder gegensätzlichen) spins, ist zu beobachten, das obwohl sich diese verschränkten Quanten in Lichtgeschwindigkeit voneinander weg bewegen, sich bei der Änderung des spins des einen Quants auch der spin des anderen verändert. Diese Informationsübermittlung geschieht mit einem vielfachen der Lichtgeschwindigkeit.

An dieser Stelle fallen uns vielleicht die morphischen Felder ein, die der Biologe Rupert Sheldrake erforscht und wir sind an den Begriff der Synchronizität erinnert, der die Verbindung zweier scheinbar nicht zusammenhängender Ereignisse beschreibt, die von demjenigen, der sie erlebt, als bedeutungsvoll und „Sinnhaft“ erfahren werden und der von C.G. Jung in die Betrachtung der Entwicklung von Systemen bzw. der menschlichen Entwicklung eingeführt wurde.


Von Münzen und Katzen

Spätesten aber bei den Aussagen der Quantenphysiker, das bei so genannten Bifurkationsprozessen, das sind Prozesse in denen eine Gabelung, eine Teilung ansteht, wo es mehrere Möglichkeiten gibt und eine „Entscheidung“ getroffen wird, sich unser Universum im mehrer Universen, in Multiversen, in Quantenuniversen aufteilt und jede Möglichkeit in einem eigenen Universum Realität wird, weiterexistiert und sich fortsetzt, schlägt unser Verstand Purzelbäume.

Das heißt, dass beim Fallen einer Münze (Kopf oder Zahl) grundsätzlich immer beide Zustände geschehen. Der Physiker Schrödinger beschrieb dieses Phänomen, von mir etwas vereinfacht dargestellt, mit dem Beispiel einer Katze in einem Behältnis, welche gleichzeitig lebendig und tot ist, solange der Betrachter diese Kiste nicht öffnet und nachschaut.

Im Labor ist dies auf der Quantenebene wiederholt beobachtet worden und ist eine Interpretation dieses Phänomens, welches nicht in unsere momentane Weltsicht passt. Bekannt geworden ist diese Interpretation als das Viel-Welten-Modell.

Eine andere Interpretation bedient sich der Aussage von Heisenberg, nämlich der Unschärferelation, dass der Beobachter das Beobachtete verändert und das aus diesem Blickwinkel sich immer nur einer der möglichen Zustandsvektoren zeigen wird (entweder Kopf oder Zahl).

Eine dritte Interpretation nimmt eine weitere Instanz jenseits unserer Wahrnehmung an, die in sich wieder schlüssig ist und in der dann diese Phänomene wieder nachvollziehbaren physikalischen Gesetzen folgen. Diese Interpretation ist auch als der EPR-Effekt bekannt geworden, nach den Physikern Einstein, Rosen und Podolsky.

Den Quantenphysikern wird offensichtlich durch das, was sie entdecken das „und“ quasi aufgezwungen. So schmerzhaft es auch ist, für Menschen, die es durch Sozialisation, durch Erziehung, durch Vermittlung des Weltbildes durch die Gesellschaft nicht anders gelernt haben, das „oder“ findet hier sein natürliches Ende.

Auch in unserem Bereich haben wir damit zu tun. Da ist zum einen immer noch der Glaube, Methoden „beweisen“ zu können. Da gibt es immer noch Bestrebungen, Methoden, wie zum Beispiel die Homöopathie, einer „mechanistischen“ Wirksamkeitsprüfung zu unterziehen. Die chemische Analyse der Homöopathischen Mittel fördert nun mal nichts „wirksames“ zu Tage. Ähnlich wie bei der Sezierung von Menschen oder Tieren, auf der Suche nach der Seele nichts gefunden wird.

Was wirkt, ist „feinstofflicher“ Natur. Und noch immer haftet diesem Begriff der Feinstofflichkeit etwas Diffuses und fast Abwertendes an. Und es scheint ein Begriff zu sein, dem auch noch der Staub des mechanistischen Denkens anhaftet, da auch er Stofflichkeit als wirksame Substanz, also etwas substanzielles als Urgrund der Wirkung annimmt.

Da gibt es Stimmen, die dann davon sprechen, dass es „der Glaube“ ist, der diese Mittel wirken lässt und sie merken nicht, dass sie damit eigentlich den Nagel genau auf den Kopf treffen. Aber es klingt aus ihrem Mund irgendwie gering schätzend.
Vielleicht ist es ja wirklich gar nichts stoffliches, sondern etwas jenseits jeglicher Stofflichkeit, etwas völlig immaterielles, was wirkt.

Auch heute noch wird über weiteste Strecken innerhalb der gesellschaftlich etablierten Medizin nur Stofflichkeit als Wirkprinzip akzeptiert. Obwohl es im Grunde völlig absurd ist, werden heute noch Bestrebungen verfolgt, die alle Therapien, die keine nachweisbare, materielle Wirksamkeit besitzen, ausmerzen, bannen und verbieten wollen. Natürlich alles unter dem schönen Schleier des Schutzes des Verbrauchers.

Für den Quantenphysiker wäre es selbstverständlich anzunehmen, das die Welt mehr ist als die Summe ihrer Teile. Das wir Menschen immer nur einen sehr kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit sehen können und das das Potential des Universums von Seiten unserer Erkenntnis her höchsten an der Oberfläche ein wenig angekratzt ist.

Auch in den modernen Psychotherapien begegnen wir Aussagen der Quantenphysik. So wissen wir mittlerweile, dass es nicht die Erfahrungen sind, die einen Menschen prägen, sondern das, was ein Mensch aus seinen Erfahrungen macht. Schon Aldous Huxley sagte dazu: „Erfahrung ist nicht das, was einem Menschen geschieht. Es ist das, was ein Mensch aus dem macht, was ihm geschieht.“

„Ball“ ist nicht gleich „Ball“, mein „rot“ ist ein anderes als dein „rot“ und „wenn ich an einen Elefanten denke, habe ich keinen Elefanten im Kopf“, sagt Gregory Bateson dazu. Und Arnold Mindell: „Wir sind weder das eine noch das andere! Wir sind ein Körper, der sich im Wandel befindet. Wir sind zeitlos, tausende von Jahren alt und befinden uns in Prozessen, die weit über unsere momentane Identität hinausgehen.“

So wie du willst, dass dir die Dinge geschehen, so wirst du sie erleben. Der Beobachter verändert das Beobachtete.

Aber wer lebt schon gerne eigenverantwortlich?



Das „sakrale“ der CranioSacralen Therapie

Auch in der CranioSacralen Therapie gibt es den Ruf nach Beweisen. Zum einen den generellen Ruf der Gesellschaft als Vertreter des mechanistischen Denkens, aber zum anderen auch aus eigenen Reihen, um damit in irgendeiner Form diese Methode stärker am Markt zu positionieren.

Interessant in diesem Zusammenhang ist vielleicht auch der der Namensteil „sacral“ in der Bezeichnung unserer Therapie, der immer wieder zweideutig verstanden wird.

Und wir sind doch immer ganz froh sagen zu können, das es sich um das Sacrum handelt und nicht um „irgendwas sakrales“ etwas geistiges, immaterielles, nicht wahr? Vielleicht widersetzt sich auch die Methode der CranioSacralen Therapie glücklicherweise diesen Bestrebungen sich „wissenschaftlich“ im Sinne des mechanistischen Denkens nachweisen zu lassen, weil, wenn das geschehen würde, das eigentlich wirksame verloren ginge.

Vielleicht sollten wir einsehen, das wir uns als Vertreter eines neuen Weltbildes und neuer darin befindlicher Therapien immer in diesem Spannungsfeld bewegen und vielleicht sollten wir weniger Energie aufwenden, einen Konsens zu finden mit etwas, was langsam ein natürliches Ende findet und stattdessen mutig und selbstbewusst zu dem stehen, was für uns in unseren Methoden wichtig ist.

Natürlich gibt es auch heute noch „Scheiterhaufen“ und es ließe sich darüber streiten, in wieweit sich die Tragweiten unterscheiden, wie Galilei unter „Hausarrest“ zu stehen oder als Vertreter eines neuen Denkens, wie viele Heiler und Hexen auf dem Scheiterhaufen zu brennen, oder heute in der Presse angeprangert zu werden, als Scharlatan abgetan und gebrandmarkt zu werden, wenn die Methode, die du zur Anwendung bringst, nicht dem gesellschaftlich etablierten medizinischen Rahmen entspricht und du deine Therapien nicht von der Kasse bezahlt bekommst.

Es wird uns nicht anders gehen als anderen Menschen zu anderen Zeiten, deren Wahrnehmungen und Intentionen nicht der Konsensusrealität entsprachen und die maßgeblich an der Entwicklung und der Erweiterung der menschlichen Sicht der Dinge teilhatten. Ob nun Kopernikus oder Galilei mit ihrer Aussage, dass die Erde rund ist, oder C.G. Jung, der zu seiner Zeit bemerkte, das „… Einsamkeit nicht dadurch entsteht, das man keine Menschen um sich hat, sondern vielmehr dadurch, das man ihnen die Dinge, die einem wichtig erscheinen, nicht mitteilen kann oder das man Gedanken für gültig ansieht, die den anderen als unwahrscheinlich gelten…“

Was ist schlimm daran, anzuerkennen, dass wir in unseren Methoden mit Kräften arbeiten, die sich wissenschaftlich nicht nachweisen lassen. Was ist schlimm daran, wenn bisher niemand das rhythmische fließen des Liquors nachweisen konnte, wenn du es doch spürst und deine Behandlung deinen Patienten hilft und es ihnen besser geht? Schon unser alter Bundeskanzler Helmut Kohl hat gesagt, und ihr könnt mir glauben, ich bin ansonsten kein Fan von ihm: „Was zählt ist, was hinten rauskommt.“

Und da finde ich, hatte er tatsächlich mal Recht.



Von Weisen und Heilern

Spannenderweise ist das alles ja gar nicht neu, sondern uralt. Wir befinden uns hier in guter Gesellschaft zu dem Wissen alter Weisen des Tao und der animistischen Religionen aller Zeiten, zu den Aboriginies und anderen Naturvölkern, in denen es als selbstverständlich angesehen wird, das die Dinge in Verbindung stehen, das es Geist gibt als verbindendes Element, das alles belebt und beseelt ist und alles Teil eines größeren Ganzen und das gewisse Dinge nur mit dem Herzen zu sehen sind, wie uns schon „der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupery sagen will.


Wir stecken uns selbst unsere Grenzen. Auch in der Behandlung und Begleitung von Menschen. Warum nicht mutig nach den Sternen greifen und das bislang für unmöglich gehaltene möglich machen. Es hat uns doch nie gefallen zu wissen, dass es nicht die Methode ist, die wirkt, sondern der Mensch, der die Methode zur Anwendung bringt.

„Glaube an das, was du tust und du kannst Berge versetzen“ lasen wir alle einmal in einem Buch (der Satz ist auch ein wenig meine persönliche Interpretation), welches Grundlage unserer Religion und Kultur ist.

Auch an das Unmögliche? Auch an Heilung, trotz aller gegenteiliger Diagnosen und Prognosen? Daran, das Veränderung und Entwicklung möglich ist? Ja, dass Entwicklung stattfindet, immer und überall, auch wenn unsere Augen sie nicht sehen kann.

Ron Smothermon schreibt in einem seiner Bücher davon und formuliert in seiner einmalig klaren Sprache: „dass Dinge sich dann verändern, wenn wir anerkennen, dass die Lösung eines Problems zu einer Idee wurde, deren Zeit jetzt gekommen ist…“

Wann ist die Zeit reif für eine Idee? Die Zeit wird reif für eine Idee, für eine Veränderung, wenn wir sagen, dass jetzt die Zeit für die Idee oder die Veränderung gekommen ist. Die Zeit ist reif für eine Veränderung, wenn wir die Veränderungen in der Sicht der Dinge bezüglich Heilung und Begleitung von Menschen auf ihrem Weg der Heilung zu einer Idee machen können, deren Zeit jetzt gekommen ist.

Kann das so einfach sein? Und ist das vielleicht genau das, was wir aus den Augen verloren haben und an das wir uns erinnern müssen? Nicht Opfer der Umstände zu sein sondern deren Schöpfer?

Ich bin davon überzeugt, dass wir an der Schwelle eines neuen Denkens stehen. Irgendwann werden diese Sichtweisen in die Gesellschaft einfließen und sie verändern. Es scheint, als wenn wir uns kaum mehr vorstellen könnten, dass unser momentanes gesellschaftliches und medizinisches System von Menschenhand gemacht ist und von daher veränderbar. Und zwar veränderbar von uns. Es ist nicht „Gottgegeben“ wie ein Sturm oder eine Überschwemmung, sondern wir haben es geschaffen, und wir können es wieder verändern.

Mindell bemerkt dazu in einem seiner Bücher: „Wir suchen alle Arten von Heilern auf und probieren eine Therapie nach der anderen und vergessen dabei, das unser schlimmstes Problem nicht die Krankheit ist, sondern die Tatsache, das die Kultur in der wir leben uns hypnotisiert zu glauben, das alles was wir erfahren schlecht sei und unterdrückt und „geheilt“ werden müsse, anstatt es zu leben und zu lieben…“

Aus der Betrachtung der Entwicklung von Systemen wissen wir, dass Entwicklung geschieht, stetig und in Sprüngen. Entwicklung ist Systeminhärent, geschieht immer, ist zielgerichtet und folgt einer eigenen Intelligenz. Wir sind Teil dieses Prozesses. Es ist unsere Welt, lasst sie uns gestalten! Auf das es lebenswert ist auf ihr zu leben, zu deinem Wohl, zum Wohle unserer Kinder und zum Wohle aller. Zu deiner Heilung und zur Heilung aller Menschen.
Wie soll es weitergehen?

So kann also ein kleiner Ausflug in die Physik uns direkt mit dem in Verbindung bringen, womit wir uns tagtäglich beschäftigen. Nicht nur in unseren Praxen und der Arbeit und in der Begleitung von Menschen, sondern auch mit der Frage nach persönlicher Entwicklung und Wachstum. Wie wollen wir unser Miteinander gestalten?

Ich bin sehr gespannt darauf, wie es weitergeht. Spannende Projekte stehen an und ich hoffe, das ich mutig genug sein werde, offenen Auges durch die Welt zu gehen und neuem gewahr zu werden, jeden Tag, jede nächste Minute. Ich möchte mich erinnern, mit Delfinen schwimmen, Auren sehen und mit Naturgeistern sprechen. Meine Kräfte ausloten und das Unmögliche für möglich halten. Ich möchte Wunder sehen, die tagtäglich geschehen.

Ich wünsche mir ein friedvolles und harmonisches Miteinander, Erinnerung daran, wer wir wirklich sind und was es heißt, zu leben. Ich weiß, das das alles existiert, das das alles wahr ist… nur ein Quantenuniversum entfernt…


Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit!




Literatur:

Arnold Mindell
„Den Pfad des Herzens Gehen“ Vianova
„Traumkörper Arbeit oder Der Lauf des Flusses“ Jungfermann


F. David Peat
„Der Stein der Weisen“ Hoffmann und Campe
„Synchronizität“ Goldmann


Rupert Sheldrake
„Sieben Experimente, die die Welt verändern könnten“ Goldmann

Rupert Sheldrake, Matthew Fox
„Die Seele ist ein Feld“ O.W. Barth

Ron Smothermon
„Transformation statt Veränderung“ Kamphausen

Paul Watzlawick
„Wie wirklich ist die Wirklichkeit?“ Piper

   
Eingestellt von*:   Rudolf Engemann
Zugeordnet: PsychotherapieKategorieIntegrative Prozessbegleitung
   
   


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