Interkulturelles Lernen bezeichnet eine Form des sozialen Lernens mit dem Ziel der Interkulturellen Kompetenz. Es besteht ein gewisser Bezug zum Begriff Globales Lernen.
Bewusster und kritischer Umgang mit Stereotypen
Aufbau von Akzeptanz für andere Kulturen
Überwindung von Ethnozentrismus
Verständnis der eigenen Kulturverhaftung und Enkulturation
Fremdverstehen
für eine erfolgreiche Kommunikation und Zusammenarbeit mit Menschen aus anderen Kulturen.
Die Methode des Interkulturellen Lernens ist das Interkulturelle Training. Eine Typologisierung solcher Trainings, die sich in der Literatur durchgesetzt hat, geht zurück auf einen Aufsatz von William B. Gudykunst und Mitchell R. Hammer, den sie 1983 im "Handbook of Intercultural Training" veröffentlichten.
Danach kann in Bezug auf den Inhalt zwischen kulturallgemeinen und kulturspezifischen Trainings unterschieden werden, und in Bezug auf den Prozess nach informatorisch oder interaktionsorientiert. Daraus ergeben sich vier Trainingstypen mit folgenden Inhalten und Methoden:
1. Kulturübergreifend-informatorische Trainings:
culture-general Assimilator
Seminare zur interkulturellen Kommunikationstheorie,
Kulturanthropologie und kulturvergleichenden Psychologie (Trainingsvideos)
Diskursanalytisch fundierte Trainings
Fallstudienbearbeitung
2. Kulturspezifisch-informatorische Trainings:
culture-specific Assimilator
Fremdsprachenunterricht
kulturspezifische Seminare zu Geschichte, Alltagsgeschichte und Wertewandel eines Kulturraums
Fallstudienbearbeitung
3. kulturübergreifend-interaktionsorientierte Trainings:
Interkulturelle Workshops (multikulturelle Gruppen)
Simulationen, Rollenspiele zur interkulturellen Sensibilisierung
Self-Assessment-Fragebögen
4. kulturspezifisch-interaktionsorientierte Trainings:
bikulturelle communication Workshops
kulturspezifische Simulationen
Sensitivity-Trainings
Des Weiteren gibt es Reintegrationstrainings, die Heimkehrern nach einem Auslandseinsatz helfen sollen, gesammelte Auslandserfahrungen zu verarbeiten und für die Zukunft zu nutzen. Im Bereich der Schul- und Jugendarbeit gibt es verschieden Formen, die sich inhaltlich und methodisch nach den Zielsetzungen Interkulturelle Kommunikation, Antirassismus, Mediation und Konfliktbearbeitung/Deeskalation unterscheiden.
Unter Training wird eine Lernform verstanden werden, die den gezielten Aufbau von Kompetenzen fördert, eine hohe Lernintensität erreicht, nahe an der Person der Schülerinnen und Schüler bleibt, Verhalten durch Übungen und Erprobungen bildet und immer eine Reflexion der Lernprozesse und –ergebnisse beinhaltet.
Didaktisch können Trainings zwischen Spiel, Simulation und Realität verortet werden. Sie verändern die Rolle der Lehrkräfte, weil diese in der Moderationsrolle sehr methodisch orientiert vorgehen und die Teilnehmendenpersönlichkeit mit individuellen und gruppenbezogenen Erfahrungen in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stellen. Die Selbsttätigkeit der Teilnehmer/innen wird gestärkt, sie sind aber auch von den methodischen Kompetenzen und Trainingserfahrungen der Lehrkräfte abhängig.
Zielsetzungen eines Trainings sind nach Eine Welt der Vielfalt:
die eigene kulturelle Sozialisation zu reflektieren
kultureller Vielfalt offen zu begegnen
Unterschiede als Bereicherung zu erfahren
eigene Wertestandpunkte zu überprüfen, eigene Vorurteile zu erkennen
negative Auswirkungen von Vorurteilen und Diskriminierung zu erkennen
Empathie und Einfühlungsvermögen zu entwickeln
Vorurteile, Diskriminierung aus der Perspektive der Minderheit wahrzunehmen
Verhaltensweisen zu entwickeln, um gegen Diskriminierung und Rassismus einzuschreiten.
Quelle: www.wikipedia.de
Autoren: Amada, Georg Stenkamp, MAK, Kristjan, Ot u.a.
Dieser Eintrag unterliegt der
GNU Lizenz für freie Dokumentation (GFDL). Hier finden Sie die Lizenzbestimmung.