1963 lernte Asdonk die Manuelle Lymphdrainage durch seine spätere Ehefrau Ch. Bartetzko kennen. Sie hatte als Kosmetikerin einen ML-Kurs bei Vodder besucht. Asdonk selbst erlernte die Grifftechnik der Manuellen Lymphdrainage 1964 bei Vodder in Dänemark. In seiner allgemeinärztlichen Praxis in Essen setzte Asdonk die Manuelle Lymphdrainage in Verbindung mit der von ihm praktizierten Chirotherapie mit großem Erfolg ein. Im Jahr 1966 führte Asdonk mit Vodder in Essen erstmals einwöchige Lymphdrainagekurse durch.
Asdonk schrieb 1966 über Vodders Manuelle Lymphdrainage: „Die Griffe (Vodders) werden im übrigen in mannigfacher Weise abgewandelt und kombiniert. Dieses ganze Spiel, das von Vodder in eleganter und m. E. nicht mehr verbesserungswürdiger Weise entwickelt worden ist, lässt sich jedoch nur in persönlichem Unterricht erlernen... “.
Gemeinsam wurde 1967 in Essen die „Gesellschaft für Manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder“ gegründet. Die Gesellschaft führte jährlich wissenschaftliche und praktische Arbeitstagungen mit dem Ziel durch die Wirksamkeit der ML zu beweisen. Kurz darauf entstand das „Dr. Vodder Zentrum für Manuelle Lymphdrainage, Forschung - Schulung - Behandlung“, in Essen, als Schule unter Asdonks Leitung. Die immer größere Anzahl von Lymphödempatienten ermutigte Asdonk 1972 im Schwarzwald die erste lymphologische Klinik der Welt zu gründen.
Die Manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder wurde 1973 erstmals von den Ersatzkassen in den Abrechnungskatalog aufgenommen. Parallel zu den Kursen in Essen wurde von Vodder in Zusammenarbeit mit G. Wittlinger in Österreich am Walchsee 1969 der erste ML-Kurs durchgeführt. Erst 1985, unter der Federführung des Verbandes Physikalische Therapie, gelang es der „Sachverständigenkommission für Manuelle Lymphdrainage“ einen einheitlichen Rahmenplan festzulegen, der für alle Lymphdrainageschulen gleich und verbindlich ist. Bei den Beratungen zeigte sich, dass alle bestehenden Lymphdrainageschulen ihre Schüler/innen mit dem Ziel ausbildeten, Ödeme zu beseitigen und hierfür Grifftechniken verwendeten, die zwar unterschiedliche Namen tragen, sich aber insofern gleich sind, dass sie weder massiv mehrdurchbluten (hyperämisieren), noch schmerzen und sie einen großflächigen, kreisförmigen Bewegungsablauf aufweisen, entsprechend der Manuellen Lymphdrainage Vodders.
Die Griffe der Manuellen Lymphdrainage wurden schon immer von erfahrenen Lymphdrainagetherapeuten entsprechend der zu behandelnden Ödemart modifiziert. Dass dabei der besonderen Gewebekonsistenz, einer eventuellen Schmerzhaftigkeit und der zu erwartenden Insuffizienz des Lymphgefäßsystems Rechnung getragen wurde, ist selbstverständlich. Die Manuelle Lymphdrainage ist die physikalisch-therapeutische Maßnahme, über deren Wirksamkeit ein wissenschaftlicher Nachweis vorliegt (Kuhnke 1979). Heute ist die Manuelle Lymphdrainage nicht mehr aus der Physikalischen Therapie wegzudenken. Ob in der Krebsnachsorge, der Sportphysiotherapie, der Traumatologie oder bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, überall wo Ödeme in Zusammenhang mit Lymphabflussstörungen auftreten, kommt die Manuelle Lymphdrainage zumeist in Verbindung mit anderen physikalisch-therapeutischen Maßnahmen zur Anwendung.
In Deutschland wurden in den Sechziger Jahren ca. 400-500 Therapeuten, in den Siebzigern ca. 2000-3000, in den Achtziger und neunziger Jahren ca. 20000 Lymphdrainagetherapeuten ausgebildet. Heute gibt es ca. zwölf Schulen mit bis zu zehn Niederlassungen über die ganze Bundesrepublik verteilt. Betrachten wir die Ausbildungssituation unserer europäischen Nachbarn, so ist festzustellen, dass dort bis heute noch keine einheitlichen Richtlinien für die Ausbildung in Manueller Lymphdrainage existieren. Deutschland hingegen ist, was die Qualitätssicherung der Ausbildung und die Versorgung der Ödempatienten angeht, vorbildlich.
Die von Vodder in genialer Weise entwickelte „Manuelle Lymphdrainage“ hat mit der Hilfe und dem ärztlichen Wirken Asdonks und der zusätzlichen Untermauerung in der theoretischen Lymphologie durch Földi ihren festen Platz in der heutigen Physikalischen Therapie gefunden. Zehntausende von dankbaren Patienten zeigen die Effizienz dieser speziellen Behandlungsmethode. Die „Deutsche Gesellschaft für Lymphologie (DGL)“ vereint heute die wertvollen Aspekte aller Strömungen unter einem Dach, mit dem Ziel, die Qualität dieser Therapie zum Wohle des Patienten zu sichern.
Quelle: lymphnetz.de